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Transscript (👇) not finish yet. Afghan Women calling for help 2025 | Rulebreakers - Story of the Afghan Robotics Team | Filmtalk Roya Mahboob, Sadaf Zahedi, Dr. Hannah Neumann, Düzen Tekkal, Shila Behjat
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@RoyaMahboob, @SadafZahed63223, @HNeumannMEP, @DuezenTekkal, @shila_behjat
Transscript not finish yet:
0:05 Shila Behjat: ... und erzählt natürlich auch die Geschichte davon, wie stark sie auch im Stich gelassen wurden. Im Anschluss an dem Film (Rule Breakers – Story of the Afghan Robotics Team) werden wir hier auf der Bühne ein kleines Filmgespräch führen, auch von einer der Frauen, die dort in diesem Film dargestellt wird und einer weiteren afghanischen Aktivistin, die auch gerade kürzlich erst in Afghanistan war. Darauf freue ich mich sehr.
Zur Begrüßung derjenigen Organisation, die dieses wunderbare Streaming hier ausrichtet, nämlich hawar.help, bitte ich jetzt Düzen Tekkal, Mitgründer auf die Bühne.
Und wir freuen uns natürlich auch ganz doll, wenn ihr Fotos veröffentlicht hier von dem Tag heute und die Hashtags stehen auch alle draußen dran.
0:49 Düzen Tekkal: Ja, herzlichen Dank für die Einladung, für die Möglichkeit hier heute zusammen zu kommen. Und auch im Vorfeld dieser Filmaufführung wurde deutlich worum es eigentlich im Kern geht. Nämlich die Menschen zusammenzubringen, ins Gespräch zu gehen, im Austausch zu bleiben. Und uns nicht nur in unserem Schmerz begegnen, sondern auch in unserer Stärke. Und die Tatsache dass dieser Film Rulebreakers heißt, und das Afghaninnen zu Rulebreaker werden mussten, um wahrgenommen, gehört zu werden, zeigt wie bedenklich und desolat es steht in dem Zustand unserer Gesellschaft.
Und ich bin sehr sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit haben, heute diesen Film zu zeigen, um nicht nur die Verwundbarkeit und den Schmerz und die Herausforderung zu zeigen, sondern die Stärke der Afghanischen Frauen. [?] Eigentlich ist es nichts als Luft, weil wir dieses Versprechen, dass wir gemacht haben, nicht eingelöst haben.
1:44
Wir haben kläglich versagt als Weltgemeinschaft und ich sage es ganz offen, auch als deutsche Bundesregierung. Denn während die Frauen um ihre Selbstbestimmung und Freiheit kämpfen, einstehen für Selbstbestimmung und Lebensrechte. Es geht um nicht mehr und nicht weniger, dass diesen Frauen der Weltbezug genommen wurde, in Afghanistan, den Mädchen und den Frauen, einzig und allein aufgrund der Tatsache, weil sie Frauen, weil sie Mädchen sind. Und das, was unsere Bundesregierung darauf antwortet, ist ausgerechnet, dass sie ihre Täter zu aktiven Kooperationspartnern macht. Das heißt, während wir hier stehen, werden die Botschaften sozusagen heimgesucht von Taliban Vertretern, mit sensiblen Daten von Afghanen/Afghaninnen weltweit. Und wir haben sie im Grunde genommen vor den Bus geworfen, die Menschen aus Afghanistan. Die Ortskräfte. Diejenigen, die universalistische Rechte von Freiheit und Bildung aufrecht erhalten haben. Und die Tatsache, dass wir diese Menschen hier abschieben, ist beschämend!
2:44
Schon seit der Völkermord an den Jesiden gegründet worden ist, wissen wir wie sich Schmerz anfühlt und wir wissen auch, wie es sich anfühlt, wenn dieser Schmerz noch nicht einmal gesehen wird, wenn er übersehen wird, wenn er nicht wichtig genug ist, weil man Jesidisch ist, weil man Kurdisch ist, weil man Iranisch ist, oder eben Afghanisch ist.
Und es ist wichtig diese Räume wiederherzustellen und deswegen wollen wir den Fokus richten auf die mutigen Frauen aus Afghanistan, die mutig eigentlich nicht sein müssten, denn es geht um Selbstbestimmung und Lebensrechte! Wir haben im Moment einen Zustand, dass sehr viele afghanische Frauen sich das Leben nehmen, weil sie diesen Weltbezug nicht mehr haben. Und Menschen denen Zukunftsperspektiven fehlen, denen fehlt auch die Hoffnung.
Und die Tatsache, dass diese Frauen nicht behandelt werden dürfen von Ärzten weil sie Männer sind, aber selber auch keine Ärztinnen mehr werden dürfen, zeigt, dass es ein Sterben ist auf Raten und da haben wir eine Mitverantwortung. Wir sollten nicht so tun als wenn wir damit nichts zu tun hätten, sondern wir haben aktiv mit dafür gesorgt mit unserer Politik, die wir gegenwärtig führen. Und solange es hawar gibt, werden wir alles dafür tun, eure Stellvertreter zu sein. Und deswegen sind wir heute hier zusammen gekommen.
Und deshalb möchte ich mich bedanken, bei jedem der heute hier ist, insbesondere bei den Afghanen und Afghaninnen. Und ich finde es auch nochmal ganz wichtig, ich möchte heute auch an die afghanischen Männer erinnern, die alles dafür riskieren, indem sie sich an die Seite der Frauen stellen und mit ihnen gemeinsam gegen die Taliban kämpfen. Auch das ist wichtig in einem Klima, das wir gegenwärtig in Deutschland haben, das noch einmal zum Ausdruck zu bringen und das noch einmal Klar zu machen. Das haben wir sehr konkret erlebt mit unseren Frauenhäusern in Kabul. Wir wissen was es bedeutet, dieser Tage für den Einsatz von Frauen- und Kinderrechten zu kämpfen in Afghanistan.
Und deswegen wünsche ich Ihnen jetzt viel Freude, ich möchte das ganz bewusst so sagen, aber auch viel Kraft für diesen Film. Und bitte verlassen Sie den Kinosaal auch mit einem Auftrag! Dahingehend, dass wir nicht mehr weggucken dürfen und dass wir für Frauen wie Sadaf und Roya und all die Frauen und Dila und Trina und alle die hier sitzen aufstehen müssen, dasein müssen. Denn es geht um uns alle. Es geht nicht nur um die Frauen aus Afghanistan. Es geht um unsere Glaubwürdigkeit, der Vertrauensbruch ist hier, nicht in Afghanistan. Danke dass Sie alle gekommen sind.
5:04
Shila Behjat: "Vielen Dank, das Licht ist da und das Mikro?" Technik: "Ja, Sekunde!" Shila: "Jap." [Publikum lacht] Shila: "Geht das Mikrofon jetzt?" Jemand aus dem Publikum: "Wir hören dich auch so!" Technik: "Es ist jetzt an." Shila: Ok super, vielen vielen Dank! Sonst hätte ich es auch so gemacht. Ich darf ja noch eine Sache ankündigen, bevor wir diesen wunderbaren Film (Rulebreakers) sehen, weil wir haben ja gerade auch schon von einem sehr stabilen Bezirksamt Pankow gehört, das diesen Film unterstützt und ich glaube dass das was Düzen gesagt hat, diese Sichtbarkeit, die ist natürlich auch in der Politik derzeit insbesondere notwendig. Also Politiker/innen, die das Rückgrat haben auf Afghanistan zu blicken und tatsächlich weiterhin zu verurteilen, was dort passiert, insbesondere mit Frauen. Und deswegen freuen wir uns ganz besonders, dass eine dieser Politikerinnen heute auch da ist und zeigt, dass sie nicht vergessen hat und immer die Stimme auch erhebt, gerade für die Afghanischen aber auch sehr für die Iranischen Frauen. Und ich bitte jetzt gerne Hannah Neumann auf die Bühne, Mitglied im europäischen Parlament. Sie wird auch noch ein paar Worte sagen. Wir freuen uns sehr dass du da bist, Hannah, Dankeschön!
Hannah Neumann: Danke dir, Shila, und nach Düzen zu sprechen erfordert auch immer ein kleines bisschen Mut, aber ich gebe mein Bestes. Erstmal schön, dass Sie hier alle da sind und auch danke an das Colosseum, dass wir hier immer wieder solche Filmveranstaltungen machen dürfen.
6:42
Wo fange ich an? Die Taliban. Ich glaube Viele können sich daran auch noch milde erinnern. Ich tu es vor allem an die dramatischen Bilder wo wir Menschen gesehen haben, die versucht haben auf Flugzeuge zu steigen und sich an den Flügeln festzuhalten, weil sie so Angst hatten vor diesem neuen Regime, und dann nach dem Abflug heruntergefallen sind.
Die Taliban haben Afghanistan übernommen uns es gab diese erste Pressekonferenz, in der die neue Taliban Führung sich damit gebrüstet hat dass Frauen in dem Taliban Afghanistan alles werden + tun dürfen, außer Politik machen. Und spätestens das war ein Moment wo man hätte wissen können wo es hingeht, aber Viele haben sich immer noch versucht einzureden, dass das jetzt die neuen Taliban sind und es wird alles anders und nichts wurde anders. Die Mädchen durften zuerst nicht mehr in die Schule, dann durften die Frauen nicht mehr in die Universität, dann durften die Frauen nicht mehr lachen. Dann durften die Frauen nicht mehr singen, dann durften die Frauen nicht mehr in die Parks, dann durften die Frauen nicht mehr in die Schönheitssalons und heute dürfen die Frauen eigentlich garnichts mehr in Afghanistan.
Und sie dürfen garnichts mehr, einfach nur weil sie Frauen sind. Und ich glaube deswegen ist es so wichtig, dass wir jetzt gemeinsam, nicht mit den Afghanen, sondern mit vielen Anderen dafür kämpfen, dass genau das auch anerkannt wird, als das, was es ist, nämlich Gender Apartheid. Es ist Diskriminierung allein aufgrund des Geschlechts und so wie wir Rassismus als Apartheid schon kultifiziert haben im internationalen Strafrecht, genau so muss es uns jetzt gelingen, dass wir das auch mit Gender hinbekommen.
Es gibt tatsächlich eine Überarbeitung bei den Vereinten Nationen, das geht im April los. Und es ist glaube ich ganz wichtig, dass wir alle gemeinsam, und eben nicht nur die afghanischen Frauen für sich selber, sondern auch die deutschen Frauen und Männer und Frauen und Männer überall auf der Welt, dafür kämpfen, dass wir diese Kultifizierung hinbekommen. Damit nämlich das, was ehrlicherweise hier gerade auch in Deutschland passiert, nämlich dass man auf einmal mit den Taliban gemeinsame Sachen macht nur weil man aus Angst vor der AFD Menschen abschieben möchte, dass das dann auch gebranntmarkt wird als das was es ist, nämlich Komplizenschaft, mit Menschenrechtsverbrechern.
Ich war zwei Mal in Afghanistan, seit die Taliban die Macht übernommen haben und es war wirklich zu spüren wie immer enger die Räume wurden und ich finde es vor diesem Hintergrund wirklich auf eine Art und Weise verwerflich, die mich so wütend macht, dass mir manchmal fast die Worte fehlen. Dass wir hier in Deutschland gerade nur noch das Wort "Afghan" in Verbindung mit 'Schwerverbrechern' und 'Abschiebung' benutzen. Das ist ja wie so eine direkte Wortkette.
Wo doch so wahnsinnig viele mutige Frauen und Männer hier sind, die dafür kämpfen dass wir hier überhaupt einen Fuß auf den Boden bekommen, was wirklich nicht einfach ist. Und dann, neben all der Arbeit, die es ist, hier einfach nur einen Fuß auf den Boden zu bekomnen, zu schauen, dass man Vorort vielleicht doch noch mal Unterricht unterstützen kann, das wir vielleicht auch mal einen Shop aufbauen können, dass afghanische Frauen ihre Sachen verkaufen können. All solche Sachen finden überhaupt nicht mehr statt. Und ich erinnere mich noch, wie wir im europäischen Parlament Sitzung nach Sitzung hatten, als die Taliban in den ersten Wochen die Macht übernommen haben und alle sagen: "Wir werden an der Seite der Afghanischen Frauen stehen!" Über alle Partein hinweg immer dieser Satz und "Wir werden sie nicht im Stich lassen!" Und wie viele stehen denn jetzt noch? Wie viele stehen denn jetzt noch?
Und gleichzeitig, und Düzen hat es angesprochen, übergibt diese Bundesregierung gerade die Botschaften der Afghanischen Republik an die Taliban. Und in diesen Botschaften sind Adresskartein, von allen Afghaninnen und Afghanen, die hier in Deutschland leben, von denen sich viele gegen die Taliban ausgesprochen haben und sich weiter aussprechen. Und viel leichter kann man den Taliban die Verfolgung garnicht mehr machen. Das ist für mich so zu tiefst unverständlich, wie dieser toxische Diskurs gerade diesen mutigen Menschen das Leben nochmal zusätzlich schwer macht und wir dem Anspruch diesen Menschen zur Seite zu stehen überhaupt nicht gerecht werden. Und vielleicht gerade deswegen freue ich mich, dass wir heute hier sind und diesen Film sehen, weil, glaube ich, wir alle gerade ein bisschen Mut gebrauchen können und ein bisschen Inspiration von Leuten, wie die Frauen aus dem Robotics Team, die sich unter den widrigsten Umständen weiter all dem widersetzen, ihren Weg gehen, strahlen und Jungen und Mädchen, gerade in Afghanistan, zeigen was man noch so werden kann.
Ich habe noch einen ganz besonderen persönlichen Bezug, weil ich die nämlich 2022 in Katar getroffen habe, als sie gerade aus Afghanistan raus sind, da waren die 15, 16, 17 und alle ganz aufgeregt und voll toller Ideen und ich bin jetzt auch gespannt zu sehen, wie es jetzt weitergeht. In diesem Sinne würde ich Ihnen und euch allen einfach sehr viel Freude jetzt bei dem Film wünschen. Danke, dass Sie da sind und lassen Sie uns alle gemeinsam dafür sorgen, dass Afghanistan vorallem mutige Frauen und ja, gerne auch in Deutschland.
Shila Behjat: Danke Hannah! Film ab!
13:17 Shila Behjat: Ja vielen Dank für den wunderbaren Applaus. Ich wollte nur diesen kurzen Moment festhalten, den wir hier alle zusammen erleben können, weil wir alle gerade einen wunderbaren Film gesehen haben, der uns alle sehr gerührt hat. Und diese Person, Roya Mahboob, die ihr alle gerade gesehen habt, ist heute tatsächlich live bei uns. Das hier ist sie. Bitte einen großen Applaus.
13:55 Roya Mahboob: "Thank you."
14:41 Shila Behjat: Ich freue mich sehr, dass wir hier dieses Gespräch jetzt noch anschließen können an diesen Film mit zwei ganz herausragenden Frauen, die hier sitzen. Roya Mahboob, sie habt ihr gesehen, sie ist in dem Film und tatsächlich ist sie auch eine Software Unternehmerin aus Herat, Afghanistan. Sie hat tatsächlich dieses Team gegründet und ist eine Derjenigen, die tatsächlich sich auch jetzt noch um das Thema Bildung für Frauen, in Afghanistan, besonders für Mädchen kümmert. Und neben mir ist Sadaf Zahedi, auch ein wunderbare Person. Sie lebt hier hier in Deutschland und hat die Initiative 'Bildung ohne Bücher' gegründet. Da geht es darum, in Afghanistan insbesondere für Mädchen noch Schulbildung zu ermöglichen vorallem auf einem innovativen Ansatz. Da werden wir auch gleich noch einmal drüber sprechen.
Roya, we saw you in the movie. I am sure it is not the first time you saw that film, but how is it for you to see yourself in the story? Roya Mahboob: First of all, it is a pleasure to be here. Thank you for coming me here.
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17:05 Shila Behjat: Sie hat jetzt nochmal gesagt, dass es natürlich sehr bewegend ist, das hier alles zu sehen nochmal auf so einem großen Bildschirm und dass sie natürlich aber auch sich sehr geehrt fühlt, dass es diese Verfilmung gab. Und wie dieser Film auch die richtige Balance gefunden hat tatsächlich, zwischen sozusagen einen Film daraus zu machen und auch bei dem zu bleiben, was es ja ausgemacht hat. Und tatsächlich gab es auch diese ganzen vielen Rückschläge. Es gab natürlich auch all das, was wir gesehen haben. And that actually what moves me also a lot, is, that what we saw is a typical founder story or a typical story of competition. We also saw how much hard it is, especially if you are a girl from Afghanistan. Your story is also a little bit in the movie but maybe we find out a little bit more about it, because we saw that your father was a little bit different than your family. Maybe you can tell us about your way into technology, into actually having this idea.
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19:01 Shila Behjat: Also, ich habe sie jetzt nochmal gefragt, wir haben einen Film über ihr Leben, ihrer eigenen Geschichte gesehen, aber was ist eigentlich die Geschichte? Wir haben gehört, dass ihr Vater ein bisschen anders war vielleicht und Roya sagte jetzt nochmal, sie kam aus einer Familie mit Sieben Geschwistern, aber tatsächlich war ihr Vater sehr sehr gut gebildet, oder gut gebildet. Das ist eigentlich der Schlüssel, dass in einem Land wie Afghanistan eigentlich die Väter den Unterschied machen für Mädchen. Wenn die offen sind und anders denken und an die Gleichstellung beider Geschlechter glauben, dass die dann tatsächlich auch den Weg bereiten können.
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20:44 Shila Behjat: Sie ist als geflüchtete Person bei ihrer Famile in Iran groß geworden und ist dann zurück nach Afghanistan gekommen. In einem kleinen Café in Herat gab es einen Computer. Eigentlich war das nur für Männer oder Jungs aber sie hat mitbekommen dass es eine Box gibt, die dich mit der Welt verbinden kann. Natürlich wurde sie neugierig und wollte das ausprobieren und als sie dann angefangen hat sich mit Technologie auseinanderzusetzen, auch mit dem Internet, hat sie natürlich verstanden, dass es auch eine Welt gibt, die keine Grenzen hat und die auch Möglichkeit bietet. Das war so der erste Moment.
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22:23 Shila Behjat: Sie hat dann Computerwissenschaften in Herat studiert. Tatsächlich hat sie jetzt heute auch hier jemanden getroffen, eine Person, die mt ihr studiert hat. Es war tatsächlich eine wunderbare Wiederbegegnung. Interessanterweise hatte ausgerechnet diese Universität in Herat eine Partnerschaft mit der TU-Berlin, so dass sie sogar auch mal nach Berlin gekommen ist und hier auch an der Uni war und danach hat sie ihre Firma gegründet und das war eigentlich der Weg, der so bereitet wurde.
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23:43 Shila Behjat: Dann hat sie die Firma gegründet und ihr Fokus war eigentlich vor Allem Frauen und Mädchen die Möglichkeit zu geben in den Bereich Technologie zu gehen. Eigentlich die selben Möglichkeiten, die sie auch bekommen hat. Se ist dann auch die erste Tech-Unternehmerin des Landes geworden, aber eigentlich war das große Ziel, eben die Chancen an Mädchen zu geben, die sie in diesem Café bekommen hat, nämlich mit Computern und dem Internet und so weiter in Berührung zu kommen, weil sie auch verstanden hat, dass sie natürlich nicht die Einzige ist. Es gibt sehr viele Mädchen in Afghanistan, die genau so sind, wie sie.
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24:46 Shila Behjat: Teil dieser Mission war dieses tatsächliche Unternehmen, das 13 Technologie Zentren beinhaltet hat. Darin wurden 24 000 Mädchen ausgebildet und hunderte von ihnen wurden auch noch begleitet, dann wiederum selber zu gründen. Und das ist eigentlich das, was sie so wahnsinnig stolz macht und was sie als ihr großes Achievement versteht.
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26:15 Shila Behjat: Also, ich habe jetzt gefragt, was eigentlich heute mit diesem Team passiert ist, wo diese jungen Frauen jetzt sind. Tatsächlich wurden sie evakuiert. 2021 sind sie dann erstmal nach Qatar gekommen und sie studieren jetzt alle im Ausland. Eine von ihnen hat gerade ihr Studium abgeschlossen. Eine Andere ist an der MIT angenommen worden für PhD. Also, es ist ein toller Weg, den sie gehen konnten, trotz allem.
Nur als Erinnerung, Hannah Neumann hatte ja in ihrer Rede ganz kurz drauf hingewiesen, dass sie dann dieses Team tatsächlich auch getroffen hatte in Qatar, als es gerade rausgekommen ist.
Und vielleicht ist das jetzt auch der Moment, Sadaf, wo wir mit dir nochmal sprechen können, weil ich habe gerade gesagt, es fühlt sich sozusagen so an, die Geschichte ist von 2017, aber so wie die Situation ist, was wir über die Situation gerade von Frauen in Afghanistan wissen, fühlt es sich an, als wäre es viel länger her. 2025 ist eine ganz andere Situation, vier Jahre nach der erneuten Machtergreifung der Taliban. Du warst jetzt gerade dort, hast einen Film gemacht. Du kannst vielleicht einmal erstmal nur Eindrücke teilen, was du dort gesehen und erlebt hast.
27:33 Sadaf Zahedi: Ich habe mir ganz lang Gedanken gemacht, wie man das in Worte ausdrücken kann. Es (Afghanistan) ist ein Land ohne Frauen inzwischen. Wir sind knapp 8 Tage unterwegs gewesen und ich habe fast keine einzige Frau auf den Straßen gesehen. Vereinzeln in Kabul habe ich ein paar Frauen gesehen. Wir sind aber auch rausgefahren. Wir waren in ? und es war erschreckend. Es war fast ein Land, das nur noch von Männern regiert und gelebt wird. Also, es ist ein sehr trauriges Bild gewesen.
28:13 Shila Behjat: Wie war das für dich personlich? Also du bist ja eine sehr engagierte Stimme hier in Deutschland. Hattest du für dich selber Sorge, als du da hingegangen bist, und dann noch mit einem Filmteam? Welche Vorkehrungen muss man da treffen?
28:29 Sadaf Zahedi: Also ich persönlich habe keine Angst gehabt, weil ich dort aufgewachsen bin und einfach weiß, was es bedeutet mit solchen Männern an einem Tisch zu sitzen. Aber ich hatte Respekt davor und ich hatte zwei junge deutsche Frauen im Team dabei und ich habe mir mehr Sorgen um sie gemacht. Wir wurden auf Schritt und Tritt von den Taliban begleitet, das war auch sehr spannend, sie haben uns keine Sekunde aus den Augen gelassen. Es gab einen Moment, wo ich wirklich selber Mal Angst hatte, das war als ein Kellner auf mich losgerannt ist und ich wusste, der wird mir jetzt eine reinschlagen, weil ich alleine als Frau die Treppe heraufgegangen bin. Da habe ich verstanden, was das bedeutet. Ich werde in ein paar Tagen dieses Land verlassen, aber das ist Realität für 20,4 Millionen Mädchen und Frauen aktuell in diesem Land.
29:24 Shila Behjat: Wir haben ja auch in der Begrüßung von Hannah besprochen, dass man jetzt auch versucht, das noch mehr in die Form zu gießen, der Gender Apartheid, dass das als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt wird. Das möchte ich euch beide jetzt nochmal fragen, also von Deutschland aus gesehen, weil ich habe jetzt in den vergangen Tagen viel mit euch Zeit verbracht und mich mit euch unterhalten und die Frauen, denen ich begegnet bin, bezeichnen die Taliban weder als die Regierung, noch als das Regime, sondern einfach nur als die Taliban. Und gleichzeitig werden hier in Deutschland die Taliban Vertreter sehr offiziell die Botschaften übernehmen dürfen und in Deutschland tatsächlich die Frage ist, ob diese Flagge tatsächlich auch gehisst werden wird. Wie fühlt sich das für euch an? Wie würdet ihr in der Öffentlichkeit umgehen mit diesem Gefühl?
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33:12 Shila Behjat: Roya wundert sich natürlich sehr. Ich habe sie gefragt, was sie hält von der Haltung der Bundesregierung. Wir haben es in Deutschland ja mitbekommen, eine Normalisierung der Beziehungen der Taliban. Und sie sagt, natürlich hat sie Deutschland immer für ein Land gehalten, das Frauenrechte hochhält, das die Gleichstellung hochhält. Wie kann es dann sein, dass die Botschaft an eine Gruppierung gegeben wird, die Frauen terrorisieren und Frauen als Zweite-Klasse-Bürgerinnen sieht? Man ist glaube ich auch mal froh, wenn man Zahlen hört und das Ausmaß nochmal hört. Also 2,2 Millionen Frauen und Mädchen (In Afghanistan) sind es, die keinen Zugang zu Bildung haben, weder auf dem Grundschulneavou noch in irgendeiner Form von höherer Bildung. Und das hat natürlich auch eine große Auswirkung auf Frauen, dass sie so aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Weil wenn man dann auf die Frauen selber blickt, was macht es mit ihnen? 78% von ihnen leiden unter schweren Depressionen und Eine von Zehn Frauen versucht sich derzeit das Leben zu nehmen aufgrund dieser Situation. Also da kann man sich tatsächlich fragen, wie kann das sein?
34:36 Sadaf Zahedi: Ja, das ist schon erschreckend, alleine wenn man bedenkt dass Deutschland bis vor Vier Jahren in Afghanistan war und die Alliierten versucht haben, das Land aufzubauen und zu unterstützen. Wenn ich jetzt daran denke, wie es jetzt aussieht, die Sterberate alleine bei Frauen im Geburtsbett. Jede fünfte Frau stirbt heute im Geburtsbett in Afghanistan. Düzen hat das so schön am Anfang gesagt: Wir machen uns heute keine Gedanken und wenn in 20 Jahren es wirklich keine Ärztinnen mehr gibt, weil es ein sehr streng muslimisches Land ist, dann können wir dabei zuschauen, wie die Hälfte der Gesellschaft wegsterben wird.
35:17 Shila Behjat: Und ich will jetzt auf das eingehen, Roya, was du gesagt hast, weil es geht auch für Viele, die hier in dem Raum sind, darum, dass sie hier im Raum diese Debatte über dieses Thema führen können und wie wir hier dieses Thema laut machen können. Du hast gesagt, es ist ganz wichtig zu betonen, das ist weder kulturell so vorgesehen, noch ist es eine Form von konservativer Politik, also dass man das irgendwie entschuldigen könnte.
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39:16 Shila Behjat: Also Roya sagt nochmal ganz klar, dass sie sehr überzeugt davon ist, dass diese Situation jetzt tatsächlich so besteht, aber die Geschichte wird sich erinnern. Sie wird sich erinnern, an die Menschen, die diese Grupppe, ich versuche jetzt auch nicht Regime oder Regierung zu sagen, unterstützen und diese Grupppe nicht sanktionieren und einfach akzeptieren, dass sie da ist.
39:41: Gerade jetzt vor ein paar Tagen gab es Proteste, weil Frauen nicht ohne Burka ins Krankenhaus gehen dürfen. Eine Frau wurde nicht behandelt, weil sie nicht dementsprechend angezogen war und ist gestorben. Das zeigt nur, dass es eben eine Gruppierung ist, deren Ziel es ist Frauen aus der Gesellschaft zu verdrängen und ungegen, unsichtbar zu machen und zu vernichten, im Grunde genommen. Es zeigt aber auch, dass Terrimus jeder Art wie ein Geschwür ist, eine Erkrankung, die sich vorallem daraus speist, dass Menschen absichtlich in der Dunkelheit gelassen werden. In Angst gelassen werden. In der Armut gelassen werden. Und das daraus sich das Überhaupt so entwickeln kann. Und im Film hat man gesehen, dass es auch ein anderes Afghanistan gab. Auch mit Problemen, aber ein Afghanistan in dem es Frauen und Mädchen gab, die zur Schule gegangen sind, zur Universität gegangen sind, die Unternehmen gegründet haben. Frauen die Ärztinnen waren, Dichterinnen waren. Und all das ist jetzt nicht mehr da. Sie trifft diese Politiker und im Grunde geht es ihr darum eine Art Scham zu erwecken, sie zu fragen: Wie erklärt ihr das selber euren Frauen? Euren Töchtern? Euren Partnerinnen? Dass ihr das zulasst, dass Frauen dieses so zustößt?
41:21 Sadaf Zahedi: Ich kann mich nur Roya anschließen, ich kann nur das auch wiedergeben, was Roya schon gesagt hat. Ich denke, man muss in das Land einreisen um zu verstehen, was es ist. Wenn man selber nicht diese Berührung damit hat, oder es nicht erlebt, dann ist man ganz weit weg davon. Man muss immer etwas erst sehen und fühlen, damit man versteht: "Das ist echt." Und ich glaube einfach, das unsere Politik ganz ganz weit weg davon. Und gerade in Deutschland aktuell mit dem ganzen Rassismus, dass sie da gucken, "Wie können wir das Volk für uns gewinnen?" und auch da wiederum sagen, "Wir schieben die Afghanen ab, aber wir haben überhaupt gar keine Vorstellung, wie es im Land tatsächlich aktuell aussieht.
42:07 Shila Behjat: Ich habe auch oft das Gefühl, dass wir gerade als Frauen das Problem haben, dass, wenn es um Frauen geht, ist das überall auf der Welt ein Thema, das hinten angestellt wird. Und dass man dann selbst als Frau das Gefühl hat, vielleicht gibt es ja auch wichtigere Themen.
42:27 Sadaf Zahedi: Ich habe ganz arg das Gefühl, dass egal wo wir global hingucken, es ist überall das Gleiche, dass Frauen um ihre Rechte kämpfen müssen. Wir sind im Jahr 2025 und trotzdem sind wir so weit zurück, egal wo wir hinschauen. Gucken wir in den Iran oder gucken wir in den Sudan. Egal wo wir hinschauen, Frauen sind immer die, die unterdrückt werden und leiden. Und ganz oft hat das etwas mit Bildung zu tun. Welche Menschen tun Andern Gewalt an oder unterdrücken sie?
[❌️ Missing transscript from here 42:57 until 44:22]
44:22 Shila Behjat: Sie stimmt dem zu und sagt, dass sie immer viel Hoffnung hat, weil es viel Frauen in Afghanistan gibt, die sich widersetzen und kreative Wege finden zum Beispiel um zu studieren.
45:10 Sadaf Zahedi: (Comming soon)
45:20 Shila Behjat: (Comming soon)
45:26 Roya Mahboob: (Comming soon)
45:41 Shila Behjat: (Comming soon)
46:04 Trailer Bildung ohne Bücher
46:45 Shila Behjat: (Comming soon)
47:13 Sadaf Zahedi: (Comming soon)
48:18 Shila Behjat: (Comming soon)
48:32 Roya Mahboob: (Comming soon)
49:32 Shila Behjat: (Comming soon
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English:
0:05 Shila Behjat: ... and, of course, it also tells the story of how badly they were let down. Following the film (Rule Breakers – Story of the Afghan Robotics Team), we will have a short discussion here on stage with one of the women portrayed in the film and another Afghan activist who was also recently in Afghanistan. I am very much looking forward to that.
To welcome the organization that is hosting this wonderful stream, namely hawar.help, I would now like to invite Düzen Tekkal, co-founder, to the stage.
00:38: And of course, we would be delighted if you would post photos from today here. All the hashtags are listed outside.
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